Piz Buin – Hochtourenkurs

Piz Buin – Hochtourenkurs

Erster Tag

Am ersten Tag sind wir früh morgens in Deutschland los gefahren. Unser Ziel war der Silvretta-Stausee. Der See ist über eine Mautstraße mit dem Auto zu erreichen und liegt wirklich wunderschön, eingebettet zwischen grünen Hängen und felsigen Wänden. Am Stausee haben wir unser Auto, auf einem der zahlreichen kostenlosen Parkplätze, stehen lassen und haben unsere viel zu schweren Rucksäcke geschultert 🙂

Trotzdem ich sparsam gepackt habe hat sich schnell gezeigt, dass viele Dinge zu viel waren. Als überflüssig erwiesen haben sich folgende Gegenstände:

  • Zweiter Wanderstock (Einer reicht völlig)
  • Ladegeräte für Smartphone sowie Kamera (Steckdosen sind selten und Empfang gibt es auch nicht)
  • Zu viel Kleidung (Empfehlenswert ist stark komprimierbare Kleidung)
  • Wasserdichte Packsäcke (Da die Ausrüstung teilweise auf der Hütte bleibt muss sie nicht 100% wasserdicht verpackt sein)
  • Zu viel Sonnencreme (100 ml haben mir sehr gut für 4 Tage gereicht)
  • Trinkblase und Trinkflasche (Ein Teil reicht)
  • Ein relativ schwerer Rucksack (Der Rucksack ist bequem, robust und durch Molle sehr flexibel einsetzbar. Allerdings denke ich für eine Hochtour ist ein besonders leichter Rucksack, der speziell dafür konzipiert ist doch von Vorteil)

Vom Auto sind wir zuerst am Stausee entlang um dann zur Wiesbadener Hütte aufzusteigen. Der Weg ist auch als Spaziergang mit Turnschuhen machbar, trotzdem kann man sehr viel schöne Natur genießen. Auf der Wiesbadener Hütte (2443 m hoch) angekommen, haben wir erst mal unser 4-Bett Zimmer bezogen und uns akklimatisiert 🙂 Zum Abendessen war dann auch unser Bergführer da.

Zweiter Tag

Nach dem Frühstück ging es zum Fuße des Ochsentaler Gletschers. Für mich war es besonders beeindruckend wie aus felsigem Untergrund fließend Eis und später Schnee wird. Leider habe ich keine Detailfotos vom Untergrund gemacht. Auf der Eisfläche haben wir gelernt wie man Steigeisen, Eispickel und Eisschraube richtig benutzt. Außerdem haben wir gelernt wie man sich anseilt und wie man einen abgestürzten Kameraden bergen kann. Auf einmal wurde es klar für was man die ganzen verschiedenen Ausrüstungsgegenstände braucht 🙂

Dritter Tag

Klettern und Abseilen in den umliegenden Bergen.

 

Vierter Tag

Am letzen Tag waren wir dann ausreichend vorbereitet um den Piz Buin zu erklimmen 🙂 Der Weg führte über das Gletscherplateau des Ochsentaler Gletschers. Sehr beeindruckend wie weitläufig und groß alles ist. Eine sehr weitläufige Schneefläche mit umliegenden Gipfeln. Und am Ende der Piz Buin, der ziemlich steil und felsig ist. Zu meiner Verwunderung gab es oben trotz der unwirklichen Gegend Blumen die am Fels gewachsen sind. Die ganze Tour war konditionell wirklich anstrengend für mich, aber trotzdem einfacher als erwartet. Für unseren Bergführer war es vermutlich ein Spaziergang 😀 Nach dem Abstieg zur Wiesbadener Hütte haben wir dort noch eine kleine Pause gemacht und sind dann zum Silvretta-Stausee abgestiegen und wieder heim gefahren.

Fazit: Eine wirklich sehr schöne Gegend, auf jeden Fall zu empfehlen. Bisher beschränkten sich meine Erfahrungen auf normales Wandern, also kein Bergsteigen. Aber mit professioneller Anleitung war alles gut machbar und ich würde mir so eine Tour jetzt auch selbst zutrauen.